DAX-Trading: Vorsicht, Glatteis
Nach Gründen für Gewinnmitnahmen muss man nicht lange suchen. Die in dieser Woche anstehenden Inflationsdaten aus Deutschland, der Eurozone und den USA dürften Anleger vor allem bei Neuengagements vorsichtiger werden lassen, für unerwartet hohe Zahlen ist kein Platz. Auch die schwelende Haushaltskrise wird als Argument angeführt. Ohne staatliche Investitionen erscheint das bisher schon schwache Wachstum im kommenden Jahr noch unwahrscheinlicher und eine – wenn auch leichte – Rezession muss zunehmend eingepreist werden. Dies muss sich aber nicht zwangsläufig negativ auf den heimischen Aktienmarkt auswirken. Die Probleme hierzulande wirken sich immer weniger auf die international ausgerichteten DAX-Konzerne aus. Entscheidend für die Blue Chips der ersten Liga ist der Zustand der Weltwirtschaft. Mittlerweile liegt der Auslandsanteil am Umsatz bei über 80 Prozent. Vor rund 30 Jahren waren es noch rund 50 Prozent. Kein anderes westliches Industrieland ist so abhängig von der Weltwirtschaft.
| Kurzfristig – Prognosehorizont: Tage bis Wochen | |
| Aktueller Trend | Seitwärts – Das tägliche Prognoseband hat an Dynamik verloren und ist leicht abwärts geneigt. |
| Letztes Signal | Positiv ? Mit der Rückeroberung der ehemaligen Barriere um 15.500/15.600 sowie der 200-Tage-Linie (violett) hat sich die kurz- und mittelfristige Ausgangslage deutlich verbessert. |
| Ausblick | Zweifellos sitzen die Bullen weiterhin fest im Sattel. Wer unter dem 200-Tage-Durchschnitt gekauft hat, dürfte seine Positionen halten und an schwächeren Tagen eher aufstocken. Schwierig ist die Ausgangslage hingegen für Späteinsteiger, die ihr Einstandsniveau im Bereich von 16.000 Punkten haben. Hier dürfte die Verkaufsbereitschaft deutlich höher sein. Eine größere Korrektur ist dennoch nicht zu erwarten, da das Handelsvolumen in der Vorwoche überschaubar war. Abgeleitet aus dem Stundenchart liegen die ersten Zielbereiche bei 15.900 (Volumenspitze) und 15.850. Rund 20 Punkte tiefer verläuft bereits die Südseite der Tagesspannen-Prognose. Mit Blick auf die kommenden zwei Wochen wäre aber selbst ein Rücklauf an die Schlüsselzone um 15.500 / 15.700 kaum überraschend und würde das positive Bild nicht in Frage stellen. |
| Technische Kursziele oben | 16.140 / 16.240 – Kurslücke 16.104 – obere Grenze der Tagesspannen-Prognose 16.000 – Wendezone im Spätsommer / umsatzstärkstes Preisniveau des Jahres |
| Technische Kursziele unten | 15.829 – untere Grenze der Tagesspannen-Prognose 15.500 / 15.650 – 200-Tage-Linie und Nachkaufbereich im ersten Halbjahr |
Termine
| Datum | Name | Beschreibung/Erwartung |
| 28.11.2023 | GfK Konsumklima | Progn.: -26 Pkt. |
| 29.11.2023 | Inflationsdaten Deutschland | Progn.: 3,5% |
| 29.11.2023 | USA BIP Q3 | Progn.: 4,9% |
| 30.11.2023 | OPEC-Sitzung | |
| 30.11.2023 | China Einkaufsmanagerindex | Progn.: 49,9 Pkt. |
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