DAX-Trading: Es liegt an Powell
Auch an den Rentenmärkten sollte man genauer hinschauen. So waren die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA enttäuschend (Citi Economic Surprise Index auf dem niedrigsten Stand seit Juni) und auch der Inflationsdruck lässt wie erwartet nach. Der Markt geht davon aus, dass die Fed mit ihren Leitzinserhöhungen nicht nur durch ist, sondern bald mit ersten geldpolitischen Lockerungen beginnen dürfte. Vor diesem Hintergrund wird es spannend sein, wie die heutige Rede von Fed-Chef Powell aufgenommen wird. Er dürfte erneut die Notwendigkeit einer weiterhin wachsamen und straffen Geldpolitik betonen. Die Frage ist nur, ob der Markt auf seine mahnenden Worte hören wird.
Wir befürchten, dass die Aktienmärkte derzeit wieder zu stark auf Zinssenkungen setzen. Seit Ende Oktober sind die 10-jährigen US-Renditen von 5 auf 4,3 Prozent gefallen, eine Gegenbewegung scheint nicht nur aus markttechnischer Sicht überfällig. Auch am meist gut informierten Devisenmarkt hat der Euro mit 1,10 Dollar eine viel beachtete Kursschwelle erreicht, von der aus seit Januar zweimal eine Dollarstärke folgte.
| Kurzfristig – Prognosehorizont: Tage bis Wochen | |
| Aktueller Trend | Seitwärts/Aufwärts – Das tägliche Prognoseband gewinnt wieder an Schwungkraft. |
| Letztes Signal | Positiv ? Mit der Rückeroberung der ehemaligen Barriere um 15.500/15.600 sowie der 200-Tage-Linie (violett) hat sich die kurz- und mittelfristige Ausgangslage deutlich verbessert. |
| Ausblick | Positiv aufgenommene Inflationsdaten trieben den DAX am Donnerstag bis auf 16.263, die erwähnte Kurslücke wurde damit geschlossen. Auf Monatssicht bleibt ein beeindruckendes Plus von 9,5 Prozent (stärkster Anstieg seit November 2020). Auch der heutige Auftakt kann sich sehen lassen, kurz nach Handelsbeginn fehlen nur noch gut 200 Punkte oder 1,4 Prozent bis zum Rekordhoch. Mit der Eröffnung hat der DAX zugleich eine weitere kleine Kurslücke aufgerissen, die in Kürze geschlossen werden dürfte. Statistisch gesehen hat der erste Handelstag im Dezember eine eher durchwachsene Bilanz: In den vergangenen drei Jahren dominierten grüne Vorzeichen (+0,7, +2,5 und +0,7 Prozent), seit dem Jahr 2000 liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit aber nur bei 50 Prozent. Unser Modell schätzt das heutige Maximalpotenzial auf 16.353. Am Nachmittag gilt es auf die Powell-Rede zu achten. Aufgrund der insgesamt deutlich überkauften Situation sowie der aus unserer Sicht übertriebenen Zinssenkungserwartungen ist das Chance-Risiko-Verhältnis auf der Longseite nicht mehr attraktiv und Vorsicht geboten. |
| Technische Kursziele oben | 16.529 – Rekordhoch 16.353 – obere Grenze der Tagesspannen-Prognose |
| Technische Kursziele unten | 16.078 – untere Grenze der Tagesspannen-Prognose 15.900 / 16.000 – Wendezone im Spätsommer / umsatzstärkstes Preisniveau des Jahres (blaue Linie) 15.500 / 15.700 – 200-Tage-Linie und Nachkaufbereich im ersten Halbjahr |
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