DAX-Trading: Es liegt an Powell

Freitag, 1. Dezember 2023
Die Vorgaben von den US-Börsen lassen zumindest auf den ersten Blick aufhorchen. Während die Überflieger aus dem Tech-Segment zur Schwäche neigten (Nasdaq 100: -0,2 Prozent), schaffte der bislang schwache Dow mit +1,5 Prozent sogar ein neues Jahreshoch. Eine bevorstehende Renaissance der Substanzwerte zeichnet sich allerdings noch nicht ab, vielmehr sind die hohen Gewinne des Dow-Schwergewichts Salesforce (+9,4 Prozent) dafür verantwortlich.

Auch an den Rentenmärkten sollte man genauer hinschauen. So waren die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA enttäuschend (Citi Economic Surprise Index auf dem niedrigsten Stand seit Juni) und auch der Inflationsdruck lässt wie erwartet nach. Der Markt geht davon aus, dass die Fed mit ihren Leitzinserhöhungen nicht nur durch ist, sondern bald mit ersten geldpolitischen Lockerungen beginnen dürfte. Vor diesem Hintergrund wird es spannend sein, wie die heutige Rede von Fed-Chef Powell aufgenommen wird. Er dürfte erneut die Notwendigkeit einer weiterhin wachsamen und straffen Geldpolitik betonen. Die Frage ist nur, ob der Markt auf seine mahnenden Worte hören wird.

Wir befürchten, dass die Aktienmärkte derzeit wieder zu stark auf Zinssenkungen setzen. Seit Ende Oktober sind die 10-jährigen US-Renditen von 5 auf 4,3 Prozent gefallen, eine Gegenbewegung scheint nicht nur aus markttechnischer Sicht überfällig. Auch am meist gut informierten Devisenmarkt hat der Euro mit 1,10 Dollar eine viel beachtete Kursschwelle erreicht, von der aus seit Januar zweimal eine Dollarstärke folgte.

Kurzfristig – Prognosehorizont: Tage bis Wochen
Aktueller Trend Seitwärts/Aufwärts – Das tägliche Prognoseband gewinnt wieder an Schwungkraft.
Letztes Signal Positiv ? Mit der Rückeroberung der ehemaligen Barriere um 15.500/15.600 sowie der 200-Tage-Linie (violett) hat sich die kurz- und mittelfristige Ausgangslage deutlich verbessert.
Ausblick Positiv aufgenommene Inflationsdaten trieben den DAX am Donnerstag bis auf 16.263, die erwähnte Kurslücke wurde damit geschlossen. Auf Monatssicht bleibt ein beeindruckendes Plus von 9,5 Prozent (stärkster Anstieg seit November 2020). Auch der heutige Auftakt kann sich sehen lassen, kurz nach Handelsbeginn fehlen nur noch gut 200 Punkte oder 1,4 Prozent bis zum Rekordhoch. Mit der Eröffnung hat der DAX zugleich eine weitere kleine Kurslücke aufgerissen, die in Kürze geschlossen werden dürfte. Statistisch gesehen hat der erste Handelstag im Dezember eine eher durchwachsene Bilanz: In den vergangenen drei Jahren dominierten grüne Vorzeichen (+0,7, +2,5 und +0,7 Prozent), seit dem Jahr 2000 liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit aber nur bei 50 Prozent. Unser Modell schätzt das heutige Maximalpotenzial auf 16.353. Am Nachmittag gilt es auf die Powell-Rede zu achten. Aufgrund der insgesamt deutlich überkauften Situation sowie der aus unserer Sicht übertriebenen Zinssenkungserwartungen ist das Chance-Risiko-Verhältnis auf der Longseite nicht mehr attraktiv und Vorsicht geboten.
Technische Kursziele oben 16.529 – Rekordhoch
16.353 – obere Grenze der Tagesspannen-Prognose
Technische Kursziele unten 16.078 – untere Grenze der Tagesspannen-Prognose
15.900 / 16.000 – Wendezone im Spätsommer / umsatzstärkstes Preisniveau des Jahres (blaue Linie)
15.500 / 15.700 – 200-Tage-Linie und Nachkaufbereich im ersten Halbjahr

Produkte zur Strategie-Umsetzung

Dank der starken Rally hat der Capped Call MB5CHT knapp vier Monate vor Laufzeitende seinen Maximalwert von fünf Euro fast erreicht. Der Schein bietet nur noch eine Rendite von rund drei Prozent und ist damit nicht mehr attraktiv, so dass eine Seite unserer Box-Strategie aufgelöst werden kann. Wir wechseln daher zeitnah in ein Nachfolgepapier. Spekulativ bleibt der Capped-Put, wobei der DAX noch unter dem Cap bei 16.500 liegt und somit eine Seitwärtsbewegung ausreicht, um die Maximalrendite zu erzielen. Alternativ kann der Optionsschein auch als Absicherungsinstrument eingesetzt werden.

Typ Capped-Call
WKN MB5CHT
Basispreis 13500
Cap 14.000
Seitwärtsrendite 3%
Maximalrendite 3%
Laufzeit 15.03.24
Status Der Capped-Call profitierte von der Erholung und erzielte seit der Erstvorstellung Ende Oktober einen Gewinn von rund 20 Prozent. Anleger können den Schein nun vorzeitig verkaufen.
Typ Capped-Put
WKN VU5NVR
Basispreis 17000
Cap 16.500
Seitwärtsrendite 79%
Maximalrendite 79%
Laufzeit 15.03.24
Status Das entsprechende Pendant bietet hingegen eine Maximalrendite von rund 80 Prozent und ist deutlich spannender. Der Cap liegt mit 16.500 im Bereich des Rekordhochs.


120% Gewinnchance bis Juni

Kann man auch in Seitwärtsmärkten hohe Renditen erzielen? Diese Frage erhalten wir immer wieder von unseren Lesern. Wie dies in der Praxis möglich ist, zeigt ein Trade, den wir erst vor wenigen Wochen vorgestellt haben. Ende August sind wir mit einer speziellen Strategie bei ThyssenKrupp eingestiegen. Während sich die Aktie seitdem kaum bewegt hat, legte unsere Idee um rund 56 Prozent zu. 

Unsere Premium-Leser freuen sich über satte Gewinne in kurzer Zeit. Nicht nur das regelbasierte AlphaSystem sieht gut aus, auch fast alle Positionen auf unserer spekulativen Hotlist liegen meist kräftig im Gewinn. Ein Trade sprang sogar seit Jahresbeginn um rund 200 Prozent nach oben

Auch jetzt ist es für Neueinsteiger noch nicht zu spät. Am Mittwoch haben wir eine neue Idee mit einer Gewinnchance von fast 120 Prozent bis Juni gestartet. Mit einer speziellen Strategie setzen wir auf die Bayer-Aktie.  

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